Verhütung von Erblindung durch Früherkennung und Behandlung diabetischer Augenerkrankungen im staatlichen Gesundheitsdienst von Namibia

Aktuelle Projekte 2014 / 2015

Dr. Michael Armbrust im Einsatz

Ziel

Das Department Ophthalmology im Central Hospital, Windhoek, landesweit einzige Augenklinik für Staatspatienten soll durch verbesserte Ausrüstung in die Lage versetzt werden Augenpatienten der mittellosen Bevölkerungsgruppen wirkungsvoll zu behandeln und die Zahl der Erblindungen und der damit einhergehenden sozialen Folgen signifikant zu verringern.


Situation

Die zentrale  Person für die augenärztliche Versorgung im Staatsdienst ist die besonders engagierte namibische Augenärztin, Dr. Helena Ndume, die in Deutschland Medizinstudium und Facharztausbildung absolviert hat. Neben Ihrer Chefarztfunktion vor Ort ist sie für die augenärztliche Versorgung unterprivilegierter Bevölkerungsgruppen im ganzen Land  zuständig, wobei hier zusammen mit freiwilligen internationalen Augenärzten von Zeit zu Zeit in sog. Eye Camps auch periphere Landesteile erfasst werden.
Sie wird in ihrer Arbeit unterstützt von einem deutschstämmigen Augenarzt Dr. Sven Obholzer und 2  afrikanischen Ärztinnen (ohne FA Status), alle ebenfalls im Staatsdienst angestellt.

Die Tagesroutine im Krankenhaus ist bisher trotz erheblicher Anstrengung des Personals und Ärzteteams uneffizient  - oder teilweise überhaupt nicht durchführbar - auf Grund mangelhafter instrumenteller Ausstattung. Leider ist von Seiten des namibischen Gesundheitsministeriums keine ausreichende Unterstützung gegeben. Das Budget im Gesundheits- und Sozialbereich ist u.a. durch AIDS Prophylaxe und Therapie angespannt.

Durch Spendenaufkommen und persönlichen Einsatz konnte die Southern Cross Eye Foundation (SCEF) in den letzten Jahren die Leistungsfähigkeit der Abteilung verbessern (z.B. Laserbehandlung) aber dennoch fehlen zwei modern ausgestattete Untersuchungsplätze und einige diagnostische und therapeutische Geräte insbesondere zur Behandlung oft schicksalhaft verlaufender diabetischer Augenerkrankungen.

Ein geplantes Gemeinschaftsprojekt von SCEF, Rotary und dem Bundesministerium für Zusammenarbeit mit dem genannten Ziel scheiterte daran, dass Namibia von Seiten der Deutschen Bundesregierung nicht mehr als Entwicklungs– sondern als Schwellenland angesehen wird und daher derartige Fördermaßnahmen nicht mehr vorgesehen sind.


Maßnahmen

Nach  einem persönlichen Gespräch zwischen Dr. Ndume und Dr. Armbrust am
21. November 2014 werden weiterhin folgende Investitionen für die Verbesserung von Qualität und Effizienz erforderlich gehalten:

2 Untersuchungsplätze mit Spaltlampe und Projektor: ca. 40.000,-€

1 Fluorescens-Funduskamera ( Netzthautdiagnostik): ca. 38.000,-€

1 Perimeter  (Gesichtsfeldmessung): ca. 8.000,-€

1 Auto-Refraktor ( Messung von Fehlsichtigkeit): ca. 8.000,-€

 

Gesamtkosten: ca. 100 000,-€


Nach diesen diagnostischen Geräten wäre in einem zweiten Schritt in Zukunft an operatives Instrumentarium zu denken. Bisher zurückgestellt sind geschätzte Kosten von ca. 60.000 bis 70.000,-€.


Dr. Armbrust war mit Dr. Ndume so verblieben, dass er sich nach der Absage von Rotary und BMZ weiterhin um ein Sponsoring hierfür bemühen wird.

Vom namibischen Gesundheitsministerium liegt eine schriftliche Erklärung vom Oktober 2013 vor, dass die bezeichneten Geräte sachgemäß gewartet werden (Wartungsverträge) und lediglich zur Behandlung der mittellosen Patienten zur Verfügung gestellt werden.

Die finanziellen Mittel  von SCEF sind im Moment durch  ein weiteres Projekt ähnlicher Größenordnung beim Aufbau einer kleinen Augenstation im Norden des Landes  (Okavangogebiet, Rundu) gebunden, und stehen daher nicht für das o.g. Projekt in Windhoek zur Verfügung.  SCEF bzw. Dr.  Michael Armbrust kann jedoch Hilfe leisten bei der Ausschreibung, Beschaffung, Transport, Aufbau und Einweisung.

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